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Barrierefreiheit in der Kernstadt soll vorangetrieben werden

Kapuzinergasse Quer

Bad Münstereifel ist von der Demografie als ländliche Kommune besonders betroffen. Die Stadt hat schon jetzt eines der höchsten Altersdurchschnitte in Nordrhein-Westfalen. Deshalb wird Barrierefreiheit zu einem zunehmend wichtigeren Zukunftsthema. Aber nicht nur ältere Menschen stehen hierbei im Fokus sondern auch Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen. Die Sozialdemokraten möchten das Thema Barrierefreiheit vorantreiben und haben sich bereits im letzten Jahr für Maßnahmen im Stadtentwicklungsausschuss starkgemacht. Mit neuen Anträgen für den Stadtentwicklungsausschuss und den Bauausschuss fordern die kurstädtischen Genossen nun die Umsetzung zur Barrierefreiheit in der Kernstadt ein.

„Uns geht es um Verbesserungen, die eine große Wirkung haben. Keiner kann diese besser beurteilen, als die Betroffenen selbst.“ sagt Karl Michalowski (SPD). Der Ratsherr hat einen „Mobilitätscheck“ initiiert, der bereits im vergangenen September durchgeführt wurde. Hierbei hat er Christine Börger für die Teilnahme gewonnen. Die engagierte Dame ist auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen. Der Mobilitätscheck war Teil des Projekts „SmartMove“ des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg zur Verbesserung der ländlichen öffentlichen Mobilität. Begleitet wurde die Aktion von einer Verkehrsplanerin und Vertretern der Stadtverwaltung.

Die Verwaltung hat bereits ein Konzept zur barrierefreien Gestaltung des Fußweg-Bereichs in der historischen Innenstadt vorgelegt. Hierbei sollen Fibergasse, Heisterbacher Straße und Delle eine barrierefreie gepflasterte Bahn erhalten, ähnlich wie dies bereits in der Kapuzinergasse verlegt wurde. Die Genossen schlagen nun vor, dass es sinnvoller wäre, zunächst die Orchheimer Straße mit ihrem sehr unebenen Pflaster und starkem Fußgängerverkehr derartig aufzurüsten. Dabei darf es nicht passieren, dass gegebenenfalls vor vielen Jahren bewilligte Fördergelder zurückgezahlt werden müssen. Auch muss ein besonderes Augenmerk auf die gestalterische Umsetzung in diesem historischen Straßenstück gelegt werden.

Beim Mobilitätscheck zeigte sich, dass es auch eher kleine Hindernisse sind, welche die Zugänglichkeit für Betroffene erheblich erschweren. Einige wenige Beispiele: Am Rathaus ist die Klingel zu hoch angebracht, eine Gegensprechanlage fehlt. Es fehlen Ausstattungsmerkmale an öffentlichen WC-Anlagen, wie zusätzliche Armstützen. Hinweise auf barrierefreie Einrichtungen auf den Infotafeln an den Stadttoren sind nicht vorhanden. „Wir möchten, dass die wertvollen Empfehlungen aus dem Mobilitätscheck nicht verloren gehen und in ein Maßnahmenbündel einfließen.“ so Michalowski. Auch den Besuchern der Stadt würden Verbesserungen zugute kommen.

Die mangelhafte Zugänglichkeit des Rats- und Bürgersaal und die Notwendigkeit eines Treppenlifts hat der Bauausschuss bereits im letzten Jahr auf SPD-Initiative anerkannt. „Den Absichtserklärungen sollen jetzt auch Taten folgen. Mit dem Kommunalinvestitionsförderungsfonds stehen umfangreiche Mittel dafür zur Verfügung.“ ergänzt Ratsherr Frank Terschanski.

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