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Barrierfreier Bahnsteig

Stadtrat Mechernich investiert über 400.000 Euro in die Zukunft – Insgesamt fast vier Millionen Euro für rollstuhl- und kinderwagengerechte Wege, Aufzüge und Fußgängerbrücke über die Gleise – Ein- und Ausstieg für ältere und behinderte Menschen sowie Familien mit Kinderwagen sind bisher eine Zumutung

Mechernich – Der Rat der Stadt Mechernich hat den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs genehmigt. Geplant sind unter anderem ein stufenloser Zustieg in die Triebwagen, eine Fußgängerbücke zum neuen Mittelbahnsteig und zum Park-and-ride-Platz sowie zwei Aufzüge. Der Umbau kostet voraussichtlich mehr als 3,9 Millionen Euro. Davon investiert die Stadt Mechernich nun über 400.000 Euro aus eigenen Mitteln.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick hatte bereits bei der Vorstellung des Projektes betont, dass es weh tue, so viel Geld in eine Maßnahme zu stecken, für die eigentlich nicht die Stadt, sondern die Deutsche Bahn zuständig sei.

Klar war jedoch, dass der Umbau des Mechernicher Bahnhofs für die zuständige „DB Station & Service“, eine Tochterfirma der Deutschen Bahn, von so geringer Bedeutung ist, „dass wir noch mindestens zwei Jahrzehnte auf den barrierefreien Ausbau hätten warten müssen“, so Bürgermeister Dr. Schick.

Für Mechernich ist ein barrierefreier Bahnhof sowohl vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung als auch als Krankenhausstandort und Pendlerstadt von Bedeutung. An Werktagen steigen fast 3.000 Fahrgäste am Mechernicher Bahnhof ein und aus.

 

Stufenloser Einstieg in die Vareo-Züge

Konkret soll der Umbau, der voraussichtlich bis Ende 2018 abgeschlossen werden kann, einen ebenerdigen Einstieg in die Vareo-Treibwagen ermöglichen. Dazu wird der Hausbahnsteig erhöht und der Mittelbahnsteig mit gleicher Höhe auf einer Länge von 170 Metern neu errichtet. Künftig sollen dann auch zwei Züge gleichzeitig aneinander vorbeifahren können. Geplant ist außerdem eine Brücke, über die Fußgänger sowohl zum Mittelbahnsteig als auch zum Park-and-ride-Platz neben Mechatronics gelangen können. Für die Barrierefreiheit sorgen an dieser Stelle zwei Aufzüge.

Im Stadtrat bezeichnete Egbert Kramp den barrierefreien Bahnhof als eine Herzensangelegenheit der SPD-Fraktion. Der Umbau sei eine Investition in die Zukunft Mechernichs. Für ältere und behinderte Menschen sowie für Familien mit Kinderwagen sei der Ein- und Ausstieg „schlichtweg eine Zumutung“, fasste er zusammen. Kramp erklärte, ihm seien sogar Bürger bekannt, die eigens nach Euskirchen fahren, um dort in den Zug einzusteigen.

 

Menschen verpflichtet, die auf Bahn angewiesen sind

Deshalb habe man sich schon seit Jahren für den barrierefreien Bahnhof eingesetzt, so Kramp. Unter anderem habe die Fraktion 2009 den damaligen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nach Mechernich eingeladen, der daraufhin Hilfen für den barrierefreien Ausbau zugesagt hatte.

Auch Peter Kronenberg steht mit seiner CDU-Fraktion hinter dem Bahnhofsumbau. Mechernich sei als aufstrebende und wachsende Kleinstadt verpflichtet, sich für die Menschen einzusetzen, die auf die Bahn angewiesen sind. Natürlich hätten die Ratsmitglieder lieber eine Finanzierung durch die Bundesbahn gesehen, aber da müsse man realistisch sein: „Wenn wir auf die Bundesbahn warten, muss uns bewusst sein, dass sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren nichts tun wird“, prophezeite der Christdemokrat.

Insbesondere auch durch den vor wenigen Wochen eingegangenen Förderbescheid über rund 3,5 Millionen Euro vom Nahverkehr Rheinland, wo sich auch Kreisvertreter und Fördergeber für eine erhöhte Förderung stark gemacht haben, kann das Projekt nun starten. Die Verwaltung sagt nach Vorlage der ausstehenden Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt eine zügige, konkrete Umsetzung zu.

pp/Agentur ProfiPress

Bildquellen:

  • Mechernich Bahnhof: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

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