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Duftende Kräuter für den Segen

Zuletzt aktualisiert am 5. September 2015 14:13 Uhr von Presse-Eifel

Helfer der Kaller Kolpingsfamilie banden 290 Kräutersträuße – Kräuterweihe in der Gemeinde Kall zu Mariä Himmelfahrt – Spenden für Hilfsprojekt der Kolpingsfamilie Kall in Südindien

Kall – Seit gut zehn Jahren widmet sich eine Gruppe Kaller aus der Kolpingsfamilie der Tradition der Kräuterweihe. Sechzehn Helfer aus der Gemeinde Kall kamen in diesem Jahr zusammen, um aus 26 verschiedenen Kräutern die bunten, duftenden Sträuße zu binden. 290 Pflanzengebinde kamen so zusammen, die in den Heiligen Messen zu Mariä Himmelfahrt in Golbach, am Heiligenhäuschen auf dem Büchel, in der Kaller Pfarrkirche und beim Rochusfest in der Wüstung Wollseifen gesegnet und abgegeben wurden.

Journalist Stefan Lieser schreibt in seinem Artikel für die Kölnische Rundschau: „Was in den Kräutersträußen 2015 steckt, ist für den Laien nicht immer einfach zu unterscheiden. Wer erkennt auf den ersten Blick die Wilde Möhre oder die Weberkarde, eine Distelart, die früher als Kämmunterlage für die Wolle benutzt wurde?“ Ebenfalls in den Sträußen enthalten sind zum Beispiel der seltene große Odermennig, Baldrian, Wermut, Beifuß, Minze, Johanniskraut, Mädelsüß, Schafgarbe und Lavendel.

Die Helfer der Kaller Kolpingsfamilie haben die Pflanzen über mehrere Tage zusammengesucht und dabei „einen Blick für das oft unscheinbare Kraut am Wegesrand“ entwickelt, so der Kölner Stadt-Anzeiger. Thea Müller von der Kaller Kolpingsfamilie braucht nur noch ganz selten ihr Pflanzenbestimmungsbuch, wie sie dem Journalisten Stefan Lieser erklärt und fügt hinzu: Die Wilde Möhre etwa, „die wächst am Straßenrand, an den Bahngleisen.“ Die meiste Arbeit macht den Helfern allerdings nicht das Suchen, sondern das Putzen der Wildpflanzen und Küchenkräuter.

Die Tradition des Kräuterbindens reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Zum Fest Mariä Himmelfahrt wollte man mit den duftenden Sträußen den Segen der Mutter Gottes für Haus und Hof erbitten. Dazu wurden die Sträuße außen am Haus angebracht. „Und sie galten auch als Mittel gegen Blitzeinschlag“, erklärt Thea Müller gegenüber der Kölnischen Rundschau. Autor Stefan Lieser zitiert Fred Müller von der Kolpingsfamilie: „Heute wird der Kräuterstrauß auch als Dank an die Schönheit der Schöpfung oder im Bewusstsein, in der Natur die größte Heilkraft zu sehen, verstanden.“

Die gesegneten Kräuter wurden jeweils am Ende der Heiligen Messe gegen eine Spende abgegeben. Mit dem Erlös soll ein Hilfsprojekt der Kolpingsfamilie Kall in Südindien unterstützt werden. Dort gewährt die Kaller Kolpingsfamilie Menschen aus der Kaste der „Unberührbaren“, der untersten Bevölkerungsschicht Indiens, Hilfe zur Selbsthilfe durch Kleinstkredite, zum Beispiel zur schulischen oder beruflichen Aus- und Weiterbildung oder zur Gründung eines Kleinunternehmens.

Einblicke in diese Arbeit in Indien gibt Gregor Federhenn von der Kolpingsfamilie International am Dienstag, 1. September, ab 20 Uhr im Kaller Pfarrheim. Thema seines Vortrags ist „Entwicklungsarbeit in einem reichen Land mit armen Menschen: Kolping-Projekte in Indien.“

pp/Agentur ProfiPress

Bildquellen:

  • Kall_Kräutersträuße_Gruppe: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

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