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Geplanter Bahnausbau verhindert nicht den heutigen Pendler-Ärger

Nach Weichenstellung für die Elektrifizierung und Ausbau der Voreifelbahn könnten noch viele Jahre bis zur Fertigstellung vergehen. Die SPD will nicht so lange auf Verbesserungen im Bahnbetrieb warten und fordert schon jetzt merkbare und nachhaltige Lösungen.

Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) hat kürzlich in seiner Sitzung des Hauptausschuss den Startschuss zum Ende des Dieselantriebs auf der Voreifelbahn (S 23) gegeben. Damit können die Planungen zum Ausbau zu einer vollwertigen elektrischen S-Bahn zwischen Bad Münstereifel und Bonn beginnen. „Gerade der Streckenast der Erfttalbahn zwischen Bad Münstereifel und Euskirchen drohte in der Vergangenheit von dieser Entwicklung abgehangen zu werden. Darauf haben wir Sozialdemokraten immer hingewiesen. Wir freuen uns nun umso mehr, dass dies kein Thema mehr ist.“ sagt SPD-Kreistagsabgeordneter Thilo Waasem. Doch bis die Bagger anrollen, könnten noch viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte vergehen. Vergleichsweise haben die ersten konkreten Planungen des aktuellen Ausbaus der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel im Jahr 2000 begonnen. Das Baurecht lag erst 2013 vor. Die geplante Fertigstellung könnte im Jahr 2028 erfolgen. 

Auch die Eifelstrecke nach Köln soll nach der sogenannten „Vision 2030+“ des NVR elektrifiziert und ausgebaut werden. Auch hier ist nicht absehbar, wann dies umgesetzt werden könnte. „Die Pendler wollen nicht so lange auf Verbesserungen warten. Daher müssen auch kurz- und mittelfristige Lösungen im sogenannten Kölner Dieselnetz vom NVR her.“ so Waasem. Von Verbesserungsbedarf kann sein Genosse Karl Michalowski ein Lied singen. Der Bad Münstereifeler Ratsherr kennt die tagtäglichen Zustände als Pendler nach Köln zu Genüge: „In Euskirchen wird in Richtung Köln morgens bei einigen Fahrten eine Zugeinheit angekoppelt. Dies unterbleibt häufig, sodass sich die Fahrgäste in eine Einheit unzumutbar zu quetschen haben.“ 

Als konkretes Beispiel nennt Michalowski den werktäglichen Zug mit Abfahrt 6:39 Uhr von Euskirchen nach Köln. Als Gründe werden vom Triebfahrzeugführer Personalausfall durch Krankheit sowie fehlendes Wagenmaterial ausgerufen. „Offenbar ist die Personal– und Fahrzeugreserve der Bahn chronisch unzureichend. Das Problem besteht seit vielen Jahren.“ schildert Michalowski. Der NVR schaffe es nicht, die bestellte Kapazität bei der DB nachhaltig einzufordern und für die DB scheint der Status quo auskömmlich genug zu sein. „Im allmorgendlichen Viehwagon gequetscht, kann man wütend nur zu dem Schluss kommen, das die Zustände den Verantwortlichen bei NVR und Bahn völlig gleichgültig sind.“ so Michalowski. Dabei sei er noch froh, dass er noch in den Zug hineingepasst hatte. In Weilerswist und Erftstadt blieben gelegentlich Fahrgäste auf dem Bahnsteig zurück.

Auch die Kapazitätsengpässe im Schülerverkehr zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel sind dem Sozialdemokraten Michalowski ein Dorn im Auge. Erst nach massivem Druck der Münstereifeler Sozialdemokraten im vergangenen Jahr wurde ein Entlastungsbus eingesetzt. „Dabei wäre der damals abgestrittene Einsatz längerer Zugeinheiten durchaus wie in der Vergangenheit möglich.“ so Michalowski. Auch hier habe die Bahn zu wenig rollendes Material zur Verfügung und der NVR vermutlich mit zu wenig vertraglicher Reserve geplant.

„Der zukünftige Ausbau der Bahnstrecken ist natürlich wichtig und richtig. Aber wir wollen, dass sich der NVR und die Bahn zunächst den heutigen chaotischen Zuständen energischer annehmen. Die Fahrgäste erwarten zu Recht, dass das bestehende Angebot zuverlässiger funktioniert und die Verantwortlichen Lösungen bieten.“ fasst Thilo Waasem zusammen. Hierbei schwebt dem Kreistagsabgeordneten vor, dass die Personalreserve für die morgendlichen Rangierfahrten kurzfristig erhöht wird. Zudem sollte die Verfügbarkeit von Reservefahrzeugen durch eine weitere kurzfristige Beschaffung von geeigneten Gebrauchttriebwagen wie den Talent so weit wie nur möglich weiter erfolgen.

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