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„Mut zum Widerstand“ in Szene gesetzt

Zuletzt aktualisiert am 18. Juni 2015 10:32 Uhr von Presse-Eifel

Unterhaltsamer Theaterabend am GAT: Literaturkurs der Jahrgangsstufe Q1 setzte das Thema Gewalt schwungvoll und ideenreich um

Mechernich – Wie Gewalt das Leben des Einzelnen – aber auch der gesamten Gesellschaft – beeinflusst und wie man sich gegen sie zur Wehr setzen kann – diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Aufführung des Literaturkurses der Jahrgangsstufe Q1 des städtischen Gymnasiums Am Turmhof in Mechernich (GAT). Unter dem Titel „Mut zum Widerstand“ präsentierten die Schüler unter der Leitung der Lehrerinnen Thalke Hüchting und Katinka Hermes den Zuschauern an zwei Abenden eine schwungvolle und höchst unterhaltsame szenische Collage, die verschiedene historische Zeitebenen und Situationen aufgriff.

Das Schicksal der Griechin Lysistrata und ihrer Gefährtinnen bestimmte den Anfang eines interessanten Theaterabends am GAT. Schnell wurde den Zuschauern anhand der präsentierten Auszüge aus der Komödie Aristophanes’ klar, dass bereits im antiken Griechenland das Phänomen der Gewalt eine zentrale Rolle spielte. Unterdrückt durch die kriegerischen Absichten ihrer Männer, finden die Frauen Athens und Spartas zusammen, besetzen die Akropolis und verweigern sich fortan sexuell gegenüber ihren Männern, um so den Frieden zu erzwingen. Obwohl die Umsetzung des Planes mehrfach durch einige liebestolle Frauen gefährdet wird, zeigt sich, dass durch mutiges Handeln Friede erzwungen werden kann.

Stilisierter Symbole sorgten für die nötigen Effekte. So trugen die Schülerinnen weiße griechische Gewänder, während die Schüler als Kriegstreiber schwarz gekleidet und mit Schlagstöcken ausgestattet die Bühne betraten. Bedrohlich näherten sie sich der durch aufgetürmte Kisten dargestellten Akropolis, die sie zu erobern versuchten. Aufgelockert wurde die teils bedrohlich wirkende Situation dabei immer wieder durch eingebaute Elemente des Bewegungstheaters, für dessen musikalische Untermalung der Musikkurs der Q1 mit Eigenkompositionen sorgte.

Nach der Pause standen von den Schülern selbst verfasste Szenen zum Thema „Mut zum Widerstand“. Der Widerstand Jugendlicher gegen den Überwachungsstaat der DDR und der Protest von Kindern gegen ihre Eltern wurden kreativ und schauspielerisch gekonnt in Szene gesetzt. Schülerin Linda Gottschalk übernahm hier die Rolle einer Ehefrau und reflektierte in Form eines Monologes über die Gewaltexzesse des Ehemannes. Auch ihr „Mut zum Widerstand“ machte sich schließlich in Form eines neuen, freien und selbstbestimmten Lebens bezahlt. Als symbolischen Akt für die Trennung und den Beginn eines neuen Lebensabschnittes nahm die Schülerin am Ende der Szene den Ehering vom Finger und warf diesen entschlossen auf den Boden.

Am Ende eines äußerst kurzweiligen Theaterabends am GAT hatte der Zuschauer viele Situationen kennen gelernt, in denen sich der „Mut zum Widerstand“ bezahlt gemacht hatte. Es war somit ein hoffnungsvolles Bild von der positiven Veränderbarkeit gesellschaftlicher Prozesse, das die Lehrerinnen Thalke Hüchting und Katinka Hermes mit ihrem Kurs zeichneten.

Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress

Bildquellen:

  • Theater am GAT007: Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress

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