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Papilio und die Kistenkobolde in Euskirchen

Zuletzt aktualisiert am 15. Juli 2015 04:07 Uhr von Presse-Eifel

Frühzeitig vorbeugen gegen zunehmende Gewaltbereitschaft und Suchtprobleme
Die Augsburger Puppenkiste war am letzten Freitag zu Gast in der Kreisverwaltung Euskirchen. Sie zeigten die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“, die ein wesentlicher Bestandteil des Kindergartenprogramms Papilio ist. Das Programm steigert nachweislich die sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern und bildet damit die Basis, um gegen Sucht- und Gewaltentwicklungen im Jugendalter vorzubeugen. „Die qualifizierte Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten sowie Schulen hat für uns einen hohen Stellenwert. Die BARMER GEK unterstütztdaher Projekte wie Papilio, die sich für die psychische Gesundheit schon im Kindergartenalter einsetzen“, erklärt Petra Vossen, Geschäftsführerin der BARMER GEK Euskirchen. Schon jetzt arbeiten über 2.000 pädagogische Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen mit dem Präventionsprogramm.

Die Kistenkobolde sind vor allem für die Kindergartenkinder im Publikum aufgetreten. Rund 350 Kinder haben die Aufführung, die insgesamt drei Mal gezeigt wurde, gespannt verfolgt. Als einer der Bausteine von Papilio wurden die Kistenkobolde zusammen mit der Augsburger Puppenkiste, Wissenschaft und Praxis entwickelt. Sie fördern gezielt die emotionale Kompetenz der Kinder. Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold – jeder der vier Kobolde steht für ein Basisgefühl. Die Geschichte hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und den Gefühlen von anderen umgehen zu können.Weitere Papilio-Bausteine unterstützen das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander.

Frühzeitige Förderung schützt vor Risiken

Soziale und emotionale Kompetenzen sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten. Sie helfen bei der Sprachentwicklung ebenso wie beim Aufbau von Freundschaften. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch im frühen Kindesalter. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen.Indem Papilio diese Schutzfaktoren stärkt, senkt es zugleich erste Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern und schützt damit gegen die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt. Die Wirksamkeit des Programms ist wissenschaftlich belegt. „Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir, dass Kinder sozial-emotionale Kompetenzen im frühen Kindesalter lernen müssen, damit sie eine eigene Identität und Selbstwertgefühl aufbauen können. Das wirkt sich positiv auf ihre gesamte weitere Entwicklung und auf ihre psychosoziale Gesundheit aus. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wird, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren“, erklärte Christine Pehl, Gründungsmitglied von Papilio e.V.

Die Schlüsselrolle bei der Vermittlung im Kindergarten und hin zu den Eltern spielen die pädagogischen Fachkräfte. Für sie erklärten Christine Pehl und Guido Lorbach, Jugendpfleger und Papilio-Trainer beim Kreis Euskirchen, in einem Fachgespräch am Nachmittag, wie Prävention und Gesundheitsförderung in der Kindertagesstätte mit Papilio umgesetzt werden kann.

Der engagierte Auftritt der Kistenkobolde in Euskirchen zielte vor allem darauf, weitere pädagogische Fachkräfte der Region für Papilio zu gewinnen, damit sie das Präventionsprogramm in ihren Kindergärten einführen. Bereits seit 2006 fördert die BARMER GEK in Nordrhein-Westfalen die landesweite Umsetzung von Papilio und damit die Idee, bereits im Kindergarten die psychische Gesundheit der Kleinsten nachhaltig zu stärken.

Um Papilio in einer Einrichtung umzusetzen, durchlaufen die Fachkräfte eine Fortbildung, führen das Programm dann in ihren Gruppen ein und machen Papilio zum alltäglichen Bestandteil der Kindergartenarbeit. Seit 2006 wurden in Nordrhein-Westfalen 2.094 pädagogische Fachkräfte aus 501 Kitas in Papilio fortgebildet. 2007 begann der Kreis Euskirchen mit der Implementierung des Programms, so dass inzwischen rund 40 pädagogische Fachkräfte aus 15 Kitas fortgebildet sind. „Die Bilanz erscheint zunächst mager, über einen so langen Zeitraum gesehen. Allerdings ist die Ausbildung der Erzieherinnen mit einer hohen Qualität verbunden und die pädagogische Arbeit in den Kitas wird durch das Programm dauerhaft verbessert. Für viele Einrichtungen ist Papilio zu einem festen Bestandteil der Arbeit geworden“, so Guido Lorbach.

Bundesweit wurden inzwischen mehr als 5.900 Erzieherinnen in dem Programm fortgebildet. Dadurch profitieren mehr als 118.700 Kinder von Papilio. Verantwortlich für das Präventionsprogramm, die Fortbildung und die wissenschaftliche Basisarbeit ist das Sozialunternehmen Papilio in Augsburg, das mit Partnern in ganz Deutschland zusammenarbeitet.

Hintergrund zu Papilio und zur Aufklärungskampagne

Das Programm Papilio
Das Besondere an Papilio ist seine Alltagstauglichkeit: Es lässt sich in jedem Kindergarten durchführen und fügt sich in den täglichen Ablauf ein. Das Programm fördert, wissenschaftlich belegt, die sozial-emotionalen Kompetenzen und reduziert Verhaltensauffälligkeiten. Auffällige Kinder profitieren besonders, aber sie erfahren keine Sonderbehandlung.

Papilio setzt auf drei Ebenen an: bei Kindern, pädagogische Fachkräfte und Eltern.

1. Die pädagogischen Fachkräfte haben die Schlüsselrolle: Sie werden fortgebildet, damit sie Papilio im Kindergarten einführen und die Kinder mit Hilfe des „entwicklungsfördernden Erziehungsverhaltens“ unterstützen können.
2. Die Eltern werden über Elternabende und Informationen einbezogen und können Teile von Papilio auch zu Hause umsetzen. Der neue Papilio-ElternClub bietet Eltern zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern sowie der pädagogischen Fachkraft in verschiedenen Gesprächsrunden über Erziehungsthemen auszutauschen.
3. Für Kinder gibt es drei Maßnahmen:
– Paula und die Kistenkobolde: Die Kistenkobolde Zornibold, Heulibold, Bibberbold und Freudibold sind die Stars von Papilio. Entlang einer faszinierenden Geschichte, die auch von der Augsburger Puppenkiste inszeniert wurde, unterstützen sie die Kinder beim „Gefühle lernen“, das heißt: beim Erwerb emotionaler Kompetenzen.
– Beim Spielzeug-macht-Ferien-Tag spielen die Kinder einmal pro Woche ohne herkömmliches Spielzeug und lernen so, sich kreativ mit sich selbst und anderen zu beschäftigen.
– Beim Meins-deinsdeins-unser-Spiel steht die gegenseitige Unterstützung beim Einhalten von gemeinsam vereinbarten sozialen Regeln im Vordergrund.

Die Papilio-Aufklärungskampagne
Die aktuelle Veranstaltung ist Teil der Aufklärungskampagne, mit der Papilio auf das Anliegen „frühzeitige Prävention gegen Sucht und Gewalt“ aufmerksam machen will.
Zur Veranstaltung gehören immer drei Aufführungen mit der Augsburger Puppenkiste sowie Fachgespräche am Nachmittag, in denen das Programm und die notwendigen Fortbildungen vorgestellt werden.

Für weitere Informationen:
Papilio e.V.
Annika Jungclaus, Tel. 0821 4480 3297, E-Mail: annika.jungclaus@papilio.de
Andrea Finkel, Tel. 0821 24 26 302-23, E-Mail: medien@papilio.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

BARMER GEK Nordrhein-Westfalen
Sara Rebein, Pressesprecherin
Tel.: 0800 33 20 60 67 30 05, E-Mail: sara.rebein@barmer-gek.de

Papilio e.V.
www.papilio.de
1. Vorsitzende: Heidrun Mayer
Ulmer Str.94, 86156 Augsburg, Amtsgericht Augsburg Vereinsregister VR 200829

Text:
Papilio e.V.

Bildquellen:

  • Papilio-Tourtag_Euskirchen_150619_Publikum: Kreis Euskirchen

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