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Verkehr in Houverath soll sicherer und barrierefreier werden

Zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2016 14:22 Uhr von Presse-Eifel

Bad Münstereifel-Houverath – Bereits im vergangenen Jahr wurde in Houverath ein „Mobilitätscheck“ durchgeführt. Viele Schwächen, aber auch Lösungen zeigt der Bericht eines Verkehrsplanungsbüro dazu auf. Die SPD-Stadtratsfraktion sieht darin eine Chance die Umsetzung vieler Ideen zu prüfen. Daher hat sie das Thema für die nächste Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beantragt.

„Gerade unsere Dörfer sind von den Folgen des demografischen Wandels besonders betroffen, sodass auch hier das Thema Barrierefreiheit immer wichtiger wird.“ sagt Karl Michalowski. Der Verkehrsfachwirt organisierte im Rahmen des Projekts „SmartMove“ des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg den Mobilitätscheck. Begleitet wurde die Aktion von einer Verkehrsplanerin und Vertretern der Stadtverwaltung.

Die Ergebnisse sehen ein Bündel von Lösungen vor: Der Verkehr könnte durch Fahrbahnverengungen an den Ortseingängen verlangsamt werden. Anwohner beschweren sich, dass hier zu schnell gefahren wird. Ergänzend könnte eine Ausweitung der 30-Zone ab dem Ortseingang von Scheuren kommend Abhilfe schaffen. Zu Gottesdienst- und Schulzeiten kommt es durch Wildparker und „Eltern-Taxis“ oft zu gefährlichen Situationen. Eine bauliche Querungshilfe an der Kirche sowie Poller an der Schule könnten Fußgänger besser schützen. Eine zusätzliche Bushaltestelle am „Hochthürmer Blick“ soll die Wege aus dem Neubaugebiet Mühlenberg für Schüler und Senioren verkürzen.

Eine „unorthodoxe“ Idee ist die Einrichtung einer „Shared Space“, einem gemeinsam genutzten Verkehrsraum. Dieser könnte in der verwinkelten Dorfmitte am Gasthof Eifeldom und an der Grundschule entstehen. „Schulkinder und andere Fußgänger sind wegen der meist fehlenden oder engen Bürgersteige ohnehin gezwungen die Fahrbahn zu benutzen. Eine durchgängig ebene und auffällig gestaltete Fläche erzeugt eine höhere Aufmerksamkeit der Kraftfahrer.“ so Ratsmitglied Michalowski.

 

„Shared Space“: Wörtlich mit „geteilter Raum“ übersetzt ist damit ein Straßenraum gemeint, der ohne Verkehrszeichen, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen auskommt. Es gelten lediglich die allgemeinen Verkehrsregeln wie zum Beispiel „rechts vor links“. Der Verkehrsraum ist barrierefrei ohne herkömmliche Teilung von Fahrbahn und Bürgersteig ausgebaut. Der Bodenbelag ist meist auffällig gestaltet. Die Philosophie dahinter ist eine gewollte Unsicherheit der Verkehrsteilnehmer, welche die Aufmerksamkeit, die gegenseitige Rücksichtnahme und damit die Verkehrssicherheit verbessert.

 

Der Sozialdemokrat sieht einen weiteren Vorteil: „Eine Umgestaltung könnte auch das Dorfbild erheblich aufwerten. Denkbar wäre auch eine begrünte Aufenthaltsfläche am Dorfbrunnen.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Toni Schmitz ergänzt: „Wir müssen die Wohnqualität in den Dörfern erhalten, dazu gehört auch eine sichere Mobilität und ein attraktives Ortsbild. Die Vorschläge für Houverath passen dazu.“.

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen NRW soll die Verwaltung die Umsetzung der Vorschläge prüfen. Dabei steht auch die Frage der Finanzierung im Raum. Die Genossen möchten Fördermöglichkeiten aus verschiedenen Töpfen des Landes für den kommunalen Straßenbau und die Dorferneuerung untersuchen lassen.

Bildquellen:

  • Houverath_Dorfmitte: SPD Bad Münstereifel

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