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„Müll-Bande“ will Weihnachten verhindern – ein kleiner Weihnachtsengel kämpft dagegen an

Zuletzt aktualisiert am 8. Dezember 2014 17:25 Uhr von Presse-Eifel

Weihnachtliches Kindertheaterstück zu Abfallvermeidung und Wegwerfmentalität im Kreishaus Euskirchen
Der Sitzungssaal des Kreishauses sah ziemlich wüst aus. Nicht in dem Bereich, in dem 250 Stühle exakt in vielen Reihen aufgestellt waren, sondern auf der großen Bühne lag so einiges kreuz und quer – Berge von Plastiktüten, alte Turnschuhe, Folien und sogar ein einsamer Plüschbär. Dahinter waren einzelne Tannenbäume zu sehen – das Bühnenbild zeigte eine typische „wilde“ Müllkippe.
Diese gehörte zum vorweihnachtlichen Umwelt-Theaterstück „Kleiner Engel in großer Gefahr“, zu dem die Abfallberatung des Kreises Euskirchen 1.000 Kindergarten-, Grundschul- und Förderschulkinder eingeladen hatte. Karen Beuke, Abfallberaterin beim Kreis berichtete: „Die Nachfrage war enorm. Zuerst hatten wir nur zwei Aufführungen geplant. Als die Kindergärten und Schulen weit mehr als 1.000 Kinder angemeldet hatten, haben wir spontan zwei Aufführungen dazugebucht.“ Und die Kinder waren von dem unterhaltsamen, spannenden Theaterstück total begeistert. Die Schauspieler, Friederike Jonas und Andreas Schneiders vom Bonner Umwelttheater „Unverpackt“, zeigten eindrucksvoll, wie schlimm die Wegwerfmentalität gerade zu Weihnachten zunimmt. Da wird verpackt, wo es gar nicht nötig wäre, da wird billiges Kunststoffspielzeug geschenkt, welches schon bald kaputt auf dem Müll landet – einschließlich der schädlichen Batterien. An Abfallvermeidung denkt dabei keiner. Hier setzt „Unverpackt“ an. „Wir wollen den Kindern in spielerischer, spannender Weise zeigen, wie gut es für die Menschen und die Natur ist, wenn wir Müll vermeiden und Umweltschutz praktizieren. Dazu ist gar kein erhobener Zeigefinger nötig“, sagt Schauspielerin Friederike Jonas. Die Geschichte beginnt damit, das ein kleiner Weihnachtsengel, der wie jedes Jahr die Weihnachtsstimmung zu den Menschen auf die Erde gebracht hat, fährt nach dem Fest nicht mit der Wolkenkutsche in den Himmel zurück, sondern richtet sich auf einer „wilden“ Müllkippe häuslich ein. Er hat ein Gespräch zwischen Petrus und seinem Oberengel belauscht und erfahren, dass Petrus die Weihnachtsengel künftig nicht mehr auf die Erde schicken will, weil die Menschen durch ihre Art Weihnachten zu feiern der Erde große Probleme machen. Und weil kein Kind das Weihnachtsfest verlieren möchte, fieberten alle Kinder im Kreishaus mit, wie sich die Geschichte weiter entwickeln würde. Manche waren so aufgeregt, dass sie spontan aufsprangen und laut riefen: “ Nein, nein, das Weihnachtsfest darf nicht verschwinden!“ Auch wenn böse Gefahren von der Müll-Bande, bestehend aus einem alten Ölkanister, einem Farbeimer und Getränkedosen, ausgingen, siegte schließlich doch der kleine Engel mit seinem neuen Freund, Joe, einem Jogger, den er im Wald kennengelernt hatte. Gemeinsam mit den Kindern gründeten sie die „Sonderkommission wilder Müll“, kurz: So-Ko-WM, die sich dafür einsetzen wird, dass beim kommenden Weihnachtsfest keine Müllberge entstehen werden. „Jetzt ist Weihnachten gesichert“, kann der kleine Engel freudestrahlend den begeisterten Kindern mitteilen. Und Joe, der Jogger, verspricht, mit seinen Sportfreunden die „wilde“ Kippe im Wald zu beseitigen.

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