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Nach dem Abi Einsatz in Afrika

Zuletzt aktualisiert am 3. August 2015 12:23 Uhr von Presse-Eifel

GAT-Abiturienten Andrea Schulze und Niklas Marx gehen für ein Jahr nach Afrika – Freiwilligendienst über die Organisation „Weltwärts“

Mechernich – „Kleidung nehme ich nur wenig mit“, sagt die 18-jährige Mechernicherin Andrea Schulze. Niklas Marx aus Weyer, ebenfalls 18 Jahre alt, nickt zustimmend. Das verwundert, denn die beiden jungen Leute, die gerade am städtischen Gymnasium „Am Turmhof“ ihr Abitur gemacht haben, gehen in Kürze für ein Jahr nach Afrika, um dort mit einem Stipendium des Programms „Weltwärts“ ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Andrea Schulze geht nach Benin in Westafrika, um dort unter anderem an einer weiterführenden Schule als Deutschlehrerin zu arbeiten. Niklas Marx möchte im ostafrikanischen Uganda bei der Betreuung von HIV-positiven Waisenkindern helfen.

„Das ist eines der Dinge, die wir in Vorbereitungsseminaren gelernt haben“, erklären sie bezüglich der Kleiderfrage, „wir möchten uns möglichst der Kultur vor Ort anpassen und wirklich integrieren.“ Im Falle der Kleidung bedeute dies eben, nicht die Jeans aus dem Koffer zu ziehen, sondern, so Andrea Schulze: „Ich werde mir wohl auf dem Markt Stoff kaufen und lasse mir afrikanische Kleidung schneidern – wie man es eben dort macht.“

Wichtig sei, dass sie ihren Einsatz nicht als „Hilfe von oben herab“ verstünden. „Vielmehr ist es so, dass wir erst einmal lernen müssen“, sagt Niklas Marx. Es gehe darum, zunächst die Kultur, Gepflogenheiten und Menschen kennenzulernen, um dann zu erkennen, wie und wo man am besten unterstützen könne. Niklas Marx: „Dabei sollte man nie vergessen, dankbar zu sein für die Chance, die »Weltwärts« uns bietet und dem fremden Land mit Respekt begegnen.“ Andrea Schulze stimmt ihm zu: „Genau. Wir sind Gäste in diesem Land.“

Zugleich wird auch deutlich, dass die beiden jungen Mechernicher sich auf ein wirkliches Abenteuer einlassen, das nicht zuletzt auch Mut erfordert. Wie ihr Leben in Afrika konkret aussehen wird etwa, das wissen sie noch nicht. „Ich werde auf jeden Fall in einer Gastfamilie leben“, berichtet Andrea Schulze, die Anfang September startet. Den Namen der Familie aber kenne sie noch nicht – demzufolge gibt es auch noch keinen Kontakt. Zudem werde sie wohl ausschließlich Französisch sprechen. Bei Niklas Marx wird es eher die englische Sprache sein, in der er nun ein Jahr lang kommunizieren wird. Er weiß zudem, dass er gemeinsam mit fünf weiteren „Westwärts“-Freiwilligen in einer WG leben wird.

Sicher ist auch, dass die beiden eine abenteuerliche Reise hinter sich haben werden, wenn sie an ihrem Einsatzort angekommen sind. Der junge Weyerer startet Ende August von aus Frankfurt aus, es folgt ein Zwischenstopp in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Von da aus nimmt er den Flieger nach Uganda und landet in der Stadt Entebbe. Eine mehrstündige Busfahrt soll in anschließend ganz in den Westen des Landes bringen, wo er in Fort Portal leben soll. Für seine Mit-Abiturientin geht es von Frankfurt aus zunächst ins legendäre Casablanca (Marokko) und nach dem Zwischenstopp dort weiter nach Cotonou in Benin. Dort soll sie ein Einführungsseminar besuchen, bevor es in rund zehnstündiger Busfahrt zum Einsatzort Natitingou im Norden des Landes geht.

Warum das alles? „Ich möchte auch etwas anderes kennenlernen als unsere europäische Denkart. Ich glaube das hilft, sich ein umfassenderes Weltbild und Verständnis für andere Kulturen zu verschaffen“, sagt Niklas Marx. Ähnlich geht es auch Andrea Schulze. Beiden ist auch wichtig, diese Erfahrungen damit zu verbinden, „etwas Sinnvolles und Nützliches zu tun“. Bedenken und Ängste haben sie nicht – auch wenn Ihnen klar ist, dass sie ihre Freunde und Familie, in Niklas‘ Marx Fall auch seine Freundin, sicher vermissen werden. Dennoch: „Jetzt ist die Phase »Aufbruch in mein eigenes Abenteuer« dran“, sagt Andrea Schulze und erklärt: „Kurz vor dem Abi, beim Lernen, das war eine „Fernwehphase“. Danach kam die „Nostalgiephase“, weil das Abi uns alle noch mehr zusammengeschweißt hat.“ Nun zerstreuten sich langsam die ehemaligen Mitschüler und Freunde in alle Winde – Zeit für etwas Neues…

Die beiden FSJ-ler suchen noch Sponsoren. 75 Prozent der Kosten für ihre Reisen und den Aufenthalt übernimmt „Weltwärts“, den restlichen Part die jeweilige Partnerorganisation, über die der Einsatz erfolgt, in Niklas Marx‘ Fall etwa die Welthungerhilfe. Um die gemeinnützigen Organisationen möglichst zu entlasten, werden die Freiwilligen auch gebeten, sich Unterstützer zu suchen. Wer helfen mag, kann sich per Email melden bei andrea123schulze@gmail.com und niklasmarx.mechernich@gmail.com .

pp/Agentur ProfiPress

Bildquellen:

  • FSJweltwärts Schulze Marx Stele: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

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