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Tierseuchenbekämpfung – Veterinäramt übte mit Feuerwehr und THW

Zuletzt aktualisiert am 9. März 2016 19:32 Uhr von Presse-Eifel

Schmidtheim (ots) – Im Rahmen einer Einsatzübung simulierte am Samstag, 19.09.2015, die Abteilung für Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen des Kreises Euskirchen das Vorgehen im Falle eines Tierseuchenverdachtsfalls auf einem Aussiedlerhof bei Schmidtheim. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr der Gemeinde Dahlem und den THW-Ortsverbänden Schleiden und Euskirchen wurde dabei auch eine Desinfektionsschleuse eingerichtet, die alle Personen und Fahrzeuge passieren mussten, die das eingerichtete Sperrgebiet verlassen wollten.

Dabei wurden mit Hilfe von Gerüsten, Planen und Holzbalken mehrere Auffangbecken hergerichtet, in denen nachfolgend die Desinfektion von Großfahrzeugen, Traktoren und Pkw geübt wurde. In Schutzanzüge gehüllt, trugen die Einsatzkräfte während des Übungsszenarios mit Lebensmittelfarbe versetztes Wasser auf, teilweise aus handelsüblichen Gartensprengern, teils aber auch aus dem Korb einer eigens angemieteten Hubarbeitsbühne heraus. Unterdessen nahmen die Veterinärmedizinerinnen Dr. Susanne Mauel und Heike Walkowsky mehrere Milchproben, die es nachfolgend so zu verpacken galt, dass im Ernstfall keine Verschleppung von Erregern hätte stattfinden können.

„Vor allem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche Ende der 1990er Jahre in Großbritannien hat für großes Aufsehen gesorgt“, berichtete Iris Gross vom Veterinäramt des Kreises Euskirchen. Damals seien die örtlichen Behörden auf ein solches Szenario nur unzureichend vorbereitet gewesen, sodass sich die Seuche nahezu unkontrolliert ausbreiten konnte und Massenkeulungen unausweichlich wurden. Im Kreis Euskirchen nahm man diese Erfahrungen zum Anlass, die eigenen Vorsorgeplanungen zu optimieren. Dabei wurde unter anderem das Technische Hilfswerk mit Material zur Einrichtung einer großen Desinfektionsstelle ausgestattet. Die Bundesanstalt verfügte schon damals über Erfahrungen mit Gerüstbausystemen, die für den Aufbau einer solchen Anlage erforderlich sind. Im Zuge der Amtshilfe werde man zum Betrieb einer solchen Desinfektionsstelle zudem auf die Feuerwehren zurückgreifen, da diese aus dem Bereich der ABC-Abwehr über Kenntnisse in der Personen-, Verletzten- und Materialdekontamination verfügen, erläuterte Dr. Jochen Weins, der Leiter des Veterinäramtes des Kreises Euskirchen.

In den vergangenen Jahren seien die landschaftlichen Betriebe in der Region zum Teil erheblich expandiert, berichtete der Veterinärmediziner. Bauernhöfe mit bis zu 500 Stück Milchvieh oder Großbetriebe für die Hühner- und Putenzucht im Nordkreis hätten zudem unweigerlich einen Anstieg der Viehtransporte zur Folge gehabt. Die Ausbreitung einer Tierseuche könne daher verheerende Folgen haben. Werde ein Verdachtsfall gemeldet, würde das Kreisveterinäramt den betroffenen Betrieb abriegeln und ein Sperrgebiet ausweisen. „Letztlich müsste der ganze Betrieb desinfiziert werden, darunter auch die Gülle und der Mist“, so Dr. Weins. In der Regel müsse man zudem den gesamten Tierbestand keulen. Auch in den Betrieben im Umfeld würden Verdachtsuntersuchungen durchgeführt werden, ggf. seien Vorsorgeimpfungen der Tiere erforderlich.

Egal wer einen betroffenen Hof betreten oder verlassen möchte – der Weg durch eine Desinfektionsschleuse sei unausweichlich, berichtete der Dr. Weins. Bei der Konzeption einer solchen Schleusenanlage habe man bewusst auf ein möglichst simples System gesetzt. Anhand vorhandener Materiallisten könne man in Zusammenarbeit mit Landfachhändlern, Sägewerken und Baumärkten rasch weitere Schleusen errichten, etwa dann, wenn das Sperrgebiet erweitert werden müsse.

 

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Bildquellen:

  • probenentnahme: OTS

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