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Flüchtlinge in Brot und Arbeit bringen

Zuletzt aktualisiert am 3. Februar 2016 08:15 Uhr von Presse-Eifel

Vierter „Runder Tisch“ zur Flüchtlingssituation in Mechernich – Gewünschtes Thema: Integration auf dem Arbeitsmarkt – „Integration Point“ im Berufsbildungszentrum Euskirchen soll zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge werden

Mechernich – Mehr als 20 „Kümmerer“, die sich bei der Unterbringung von Flüchtlingen im Mechernicher Stadtgebiet engagieren, waren zum vierten „Runden Tisch“ zur Flüchtlingssituation gekommen. Einmal im Monat findet das Treffen mit Vertretern der Flüchtlingshilfe und der Mechernicher Stadtverwaltung statt, um die Zusammenarbeit in einem direkten Austausch und über kurze Kommunikationswege zu verbessern. Als Thema hatten sich die Teilnehmer dieses Mal die „Integration auf dem Arbeitsmarkt“ gewünscht.

„Letztlich ist es unser Ziel, erwerbsfähige Flüchtlinge in Brot und Arbeit zu bringen. Das ist schließlich die Voraussetzung, um am Gesellschafts- und Wirtschaftsleben teilnehmen zu können“, erklärte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Als Experte beim „Runden Tisch“ vermittelte Josef Weingarten, Geschäftsführer des Jobcenters EU-aktiv, in einem Vortrag die Grundlagen zur Integration von Flüchtlingen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

„Das Thema ist sehr komplex und kompliziert“, ließ Josef Weingarten seinem Vortrag vorausgehen. Allein bei den Sprachkursen gibt es eine Vielzahl verschiedener Angebote in Form von Unterricht, Online-Kurse und Handy-Apps, für die zum Teil nur Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive zugelassen sind. Da braucht man erst einmal den Durchblick, um die richtige Sprachförderung zu finden.

Für solche Fragen soll in Kürze der „IntegrationPoint“ (IP) als eine Art spezialisierte Geschäftsstelle des Jobcenters zur zentralen Anlaufstelle für alle Flüchtlinge aus dem Kreis Euskirchen werden. Standort des IntegrationPoints, der unmittelbar nach Karneval starten soll, ist das Berufsbildungszentrum (BZE) in Euskirchen-Euenheim. Dolmetscher und interkulturell geschultes Personal sollen dort die Verständigung erleichtern.

Zum Konzept gehört die enge Kooperation mit Netzwerk-Partnern wie dem Kreis Euskirchen, den Sozialämtern, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Integrationskursträgern und den Wohlfahrtsverbänden. „Das ist unsere gemeinsame Antwort auf die Herausforderung Flüchtlinge“, so Josef Weingarten. Für die Beratung gelte allerdings zunächst: „Wir müssen uns auf diejenigen konzentrieren, die eine hohe Bleibeperspektive haben.“

Willi Göbbel, zuständiger Teamleiter der Stadt Mechernich, gab im Anschluss an den Vortrag einen Überblick über die aktuelle Situation der Flüchtlinge. Demnach sind im Stadtgebiet Mechernich momentan 550 Asylsuchende untergebracht. Bis Ende Februar rechnet Willi Göbbel erst einmal mit wenig neuen Flüchtlingen, weil zurzeit vermehrt die Großstädte in die Pflicht genommen werden.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick betonte noch einmal, wie glücklich die Stadtverwaltung über die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sei. Aktuell wird das ehemalige „Casino“ der Bundeswehr an der Friedrich-Wilhelm-Straße saniert, um demnächst etwa 200 bis 250 Flüchtlinge aufnehmen zu können. Dennoch bleibe voraussichtlich ein Drittel der Kosten für die Flüchtlingsunterbringung an der Stadt hängen. „Hier sind weitere finanzielle Unterstützungen durch Land und Bund notwendig“, so Bürgermeister Dr. Schick.

Der „Runde Tisch“ gab den engagierten Helfern die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Stadtverwaltung zu richten. Dabei ging es zum Beispiel um die gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge oder um Integrationsmöglichkeiten über Mechernicher Vereine. Die Koordination in solchen Fällen könnte demnächst ein städtischer Sozialarbeiter übernehmen. Die von der Stadt ausgeschriebene Koordinatorenstelle soll bereits zum 1. März besetzt werden.

pp/Agentur ProfiPress

Bildquellen:

  • Vierter Runder Tisch Flüchtlinge: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

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