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Bundesverdienstmedaille für Elisabeth Schnichels aus Zingsheim

Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2015 12:56 Uhr von Presse-Eifel

Landrat Rosenke verlieh im Auftrag von Bundespräsident Joachim Gauck die hohe Auszeichnung
„…man hat nur dann ein Herz, wenn man es hat für andere“.
Mit diesen Worten Friedrich Hebbels begrüßte Landrat Günter Rosenke heute im Sitzungssaal des Kreishauses Elisabeth Schnichels aus Zingsheim. Sie war mit ihrer Familie sowie vielen Weggefährtinnen und Freunden gekommen, um eine besondere Ehrung entgegen zu nehmen.
Im Auftrag von Bundespräsident Joachim Gauck hatte der Landrat die Ehre, Elisabeth Schnichels die Bundesverdienstmedaille zu verleihen.
In seiner Laudatio wies der Landrat auf die vielen Aktivitäten der gerade 80 Jahre alt gewordenen, immer noch fitten und viel jünger aussehenden, zu Ehrenden hin.
Elisabeth Schnichels hat sich in ihrem Leben voll selbstloser Aufopferung für ihre Familie, ihre Mitmenschen und ihre Heimat eingesetzt.
Sie hat zwei Jahrzehnte lang immer wieder Pflegefälle in der Familie bis zum jeweiligen Tod intensiv betreut und versorgt – angefangen mit ihrem Vater, dann der Schwiegermutter, weiter dem Ehemann und zuletzt ihrem Lebenspartner.
Nach einem schweren Schlaganfall der Schwiegertochter kümmerte sie sich um diese und versorgte zeitgleich ihr gerade einmal eineinhalbjähriges Enkelkind.
Sie stellte sich aber nicht nur in den Dienst ihrer Familie, sondern vielmehr auch in den Dienst der Kirchen- und der Dorfgemeinschaft.
So ist sie seit 25 Jahren aktives Mitglied im Pfarrgemeinderat. Hier organisiert sie Pfarrfeste, Altentage, Handwerker- und Weihnachtsmärkte. Seit mehr als 40 Jahren liest sie die Totenandachten in der Pfarrei Zingsheim.
Darüber hinaus rief Elisabeth Schnichels bereits 1977 eine Bastelgruppe, den sog. „Eulenverein Zingsheim“ ins Leben. Seitdem treffen sich die Mitglieder, die auch in großer Zahl bei der Ehrung dabei waren, einmal wöchentlich für mehrere Stunden bei ihr zu Hause, um gemeinsam für den guten Zweck zu stricken, zu häkeln und zu basteln.
Die liebevoll erstellten Eulen, Socken und viele weitere Handarbeiten werden auf dem Zingsheimer Weihnachts- oder Handwerkermarkt, auf diversen Basaren oder auch bei zu Hause verkauft.
Der Verkaufserlös – bis heute über 100.000 €! – kommt sowohl hilfsbedürftigen Gemeindemitgliedern zugute, aber auch karitativen Einrichtungen wie beispielsweise der Hilfsgruppe Eifel, der Kinderkrebshilfe, dem Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e. V., dem Verein für Selbsthilfe krebskranker Kinder und Jugendlicher e. V., der Indienhilfe Köln e. V., dem Deutschen Roten Kreuz oder den SOS-Kinderdörfern. Auch das Pfarrfest oder die Seniorentage der Gemeinde werden von der Bastelgruppe finanziell unterstützt.
Neben dem aufgezeigten caritativen Engagement hat Schnichels zudem auch noch ein Herz für die kulturelle Entwicklung in der Gemeinde Nettersheim.
1986 gründete sie die „Theaterbühne Zingsheim“, weil sie das kulturelle Leben in Zingsheim bereichern wollte.
Sie ist nicht nur für die Organisation und die Auswahl der Theaterstücke zuständig sondern führt auch Regie, arbeitet an der Bühnengestaltung mit und assistiert als Souffleuse.
So sind im Laufe der Jahre immerhin dreiundzwanzig Dreiakter zusammen gekommen, die beim Publikum, sei es in Zingsheim, in der Eifelhöhenklinik in Marmagen, in Gemünd und weiteren Eifelorten, hervorragend ankamen und stets mit großem Beifall und hoher Anerkennung für das Ensemble bedacht wurden.
Neben den abendfüllenden Theaterstücken studiert die Laientruppe um Elisabeth Elisabeth Schnichels auch zahlreiche Sketche ein, die bei Vereinsfesten, Seniorennachmittagen, Karnevalssitzungen oder privaten Feiern aufgeführt werden und regelmäßig zu Begeisterungsstürmen und Lachattacken beim Auditorium führen.
Das soziale und kulturelle Engagement führt dazu, dass sie ein sehr beliebtes und hochgeschätztes Mitglied ihrer Heimatgemeinde ist. Immer steht sie Rat- und Hilfesuchenden unterstützend zur Seite. In Zingsheim und weit über den Ort hinaus ist sie wegen ihres vielfältigen und langjährigen sozialen und kulturellen Engagements für viele Menschen ein großes Vorbild.
Bevor Landrat Rosenke die Verdienstmedaille an das Revers der Bluse von Elisabeth Schnichels heftete, richtete er noch herzliche Grüße der Ministerpräsidentin NRW, Hannelore Kraft, und der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken aus.
Danach lobten der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Nettersheim, Ferdi Geißler sowie Erich Schell – er hatte die Anregung zur Ehrung von Frau Schnichels gegeben – und Pater Kaczor Wieslaw von der Pfarrgemeinde die hohen Verdienste von Elisabeth Schnichels für Familie und Dorfgemeinschaft.
Die Geehrte konnte in der kurzen Dankesrede ihre Rührung nicht verbergen und auch die Freundinnen vom „Eulenverein Zingsheim“ verdrückten das eine oder andere „Tränchen“. Alle waren sich einig – es war ein schöne, würdevolle und feierliche Bundesverdienstmedaillen-Verleihung, an die alle noch lange gerne zurückdenken werden.

Bildquellen:

  • Newsletter_Schnichels_eins: Kreis Euskirchen

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